macht mir das Zerfallen des bürgerlichen Lagers deutlich. Der Neoliberalismus ist an die Wand gefahren und wie seine Äußerungen über Krieg als Fortführung von Wirtschaftsinteressen zeigt, bleibt ihm nichts anderes übrig als besinnungslos weiter an die Wand zu fahren.
Der Fall Spanien zeigt, was immer getan wird: sparen oder Schulden machen, es führt zur Herabstufung der Kreditwürdigkeit und zur Verschärfung der Krise.
Köhler fing nach der Finanzkrise – „Crash“ wäre übertrieben - wie ein bekehrter Mönch von einem starken Staat zu predigen an, gleichzeitig aber schwadronierte er von Wettbewerb und Wirtschaftsinteressen. Er hat die beiden auseinanderlaufenden Enden nicht mehr zusammenbekommen.
Auch der Rest des Haufens ist am Schlucken, die Merkel und ihr Kumpan.
Interessant auch wie sich die Meinung im bürgerlichen Lager dreht: es wird über Keynes gesprochen, Schäuble will die Deflation vermeiden, das Griechenlandbashing wird von Nachfragen über die Wirkungen der Exportüberschüsse abgelöst. Zumindest Teile des Bürgertums sind irritiert, der Rest der mehr oder weniger dumpfen Masse verängstigt. Freilich mehr hysterisiert als wirklich in Angst, weil das „Publikum“ die Dimensionen und Abgründe noch weniger kapiert hat als die agierenden Eliten.
Traurig nur, dass aus dem zerfallenden System nichts Neues aufsteigt. Mutter Kapitalismus hat uns zu sehr verwöhnt, wir können uns nicht von ihr lösen.