Sonntag, 24. Februar 2013
Die Deutschen und die Briten
Ich lese im Guardian eine lange Diskussion darüber, ob die Zerstörung Dresdens 45 in Kriegsverbrechen war oder nicht.
Warum ich mich dafür interessiere? Ich spüre einen heimlichen Nationalismus in mir, aber auch dieses fundamentale Schuldbewusstsein über die deutsche Geschichte. Haben die Deutschen überhaupt noch das Recht zu leben?
Ein Kommentator äußert sich zu einer Deutschen folgendermaßen: " If you really are a 'German' then have the humility to shut up and take a low profile when matters of war are being discussed. You have nothing to say that anyone should listen to."
(http://d2.guardian.co.uk/discussion/p/3dzfc?orderby=oldest&commentpage=4&per_page=50)
Keiner der Kommentatoren widerspricht ihm. Zwar ist es eine in Great Britain übliche klassistische, rassistische, koloniale und imperialistische Haltung, doch entspricht sie - zumindest meinem - Gfühl, vielleicht auch dem der geschlagenen Deutschen.
Auf der moralischen Ebene sind die Deutschen nicht gleichwertig. Auch insofern, wenn sie es moralisch besser als die Briten und Franzosen machen wollen, etwa bei der Nichtteilnahme am Irakkrieg. Gerade durch eine solch moralisch überlegene Haltung machen sie sich wieder verdächtig des moralischen Überlegenheitswahns. Das war auch das Problem der DDR; ihr "Antifaschismus" hat versucht, Gegner moralisch zu deklassieren.
Aus dieser Argumentationsfalle herauszukommen ist fast unmöglich. Ein Glück, dass es auch in England viele rational denkende Menschen gibt, wie die gleiche Diskussion zeigt.
Dass wir nur durch die Gnade der Alliierten existieren, hat weitgehend die Politik und das Bewusstsein der Nachkriegszeit bestimmt. Daraus gab es zwei Auswege: entweder sich der Politik der Alliierten zu unterwerfen oder ein neue Art von sozialem Zusammenleben zu gestalten jenseits dieser Vergangenheit - was auch bedeutet, sich kritisch zu der Vergangenheit der Alliierten zu verhalten und neue Formen des Zusammenlebens zu entwerfen.
Merkel hat sich jüngst in typischem Unterwerfungsverhalten auf die Seite des imperialen und egozentrischen Großbritannien gestellt; "mehr Wettbewerb" war ihre Phrase als Antwort auf die Erpressungsversuche der britischen Finanzhaie. Sie versucht, am britischen Imperialismus, der nach der kolonialen Ausbeutung die Welt über den Finanzkapitalismus ausbeutet, zu partizipieren.
Ein neues Europa kann sich nicht der Arbeit, Rohstoffe und Energie anderer Menschen und Länder in ausbeuterischer Art bedienen, wie es das britisch konservativ-liberale Modell vorsieht.
Sonntag, 3. Februar 2013
Die Grünen und das Fliegen
Künast findet starke Worte zu den Verzögerungen beim neuen Berliner Flughafen. Soll ich mir die Augen reiben? Oder ist es doch genau das, was man von den bürgerlichen Grünen erwartet? Nichts mehr als modisches Geschwätz, um an Macht, Posten und ins Gespräch zu kommen.
Zweifellos ist Fliegen eine der umweltschädlichsten Verkehrsmittel. Bis jetzt nur marginal? Nein, dass es so richtig reinhaut, muss es mehr werden und dazu brauchen wir BER.
Aber haben nicht die Grünen wesentlich zur Energiewende beigetragen?
Ja schon, aber sie wird zu spät kommen und erfolglos sein – solange nicht jedem Wohlhabenden in der Welt klar gemacht wird, dass es Einschränkung bedeutet. Also wirken die Grünen als Teil der Selbstzerstörungskräfte der Menschheit. Das wäre nicht schlimm, wenn es die Richtigen treffen würde. Aber es wird zuerst die Armen treffen und zerstört auch alle positiven Möglichkeiten, die die Menschen einmal gehabt hätten.
Hau ich zu kräftig auf die Apokalypsepauke? Vielleicht hat die Menschheit –wieder so ein großes Wort – doch eine neue Perspektive nach x Jahren in Kämpfen.
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