Sonntag, 6. Januar 2013
Kleine Weihnachtsbotschaft
Meine Einträge hier werden immer weniger. Hat zunächst zwei Gründe: Da sind einmal meine Zweifel an mir selber. Dass ich so vereinzelt bin, hat das nicht zu tun mit meiner "defizitären Sozialisation"? Ich werde versuchen, das in einem Blogeintrag genauer zu beschreiben.
Dann habe ich das Problem, nicht ehrlich genug zu sein. Ich stehe auf einer hohen moralischen Warte, habe ein Anspruchsniveau, dem ich selber nicht richtig gerecht werde.
In der Öffentlichkeit, der Medienwelt besteht ein Hang zum Moralismus und zur Idealisierung. Wir sind umgeben von Stars, schönen oder wenigstens erfolgreichen Menschen. Plato hätte seine Freude an diesem Idealismus gehabt. Die Medienwelt hat die Religion mit ihren Heiligen und barocken Fantasien abgelöst. So wie der hedonistische Materialismus die Leidenskultur des Christentums überwunden hat. Die dunkle Seite des Lebens wird durch die Freuden des Alltags, das Wohlergehen, die schöne Sinneswelt verdrängt oder exterritorialisiert. Das Bewusstsein vom Negativen wird von Erfolgsmeldungen abgelöst. Das Negative hat aber deswegen nicht seine Wirksamkeit verloren, wirkt weiter in Krankheiten, Ängsten, die mit immer mehr Sicherheiten bekämpft werden, in den Kriegen, die außerhalb der schönen Welt geführt werden, in den Anfällen von kollektivem Irrationalismus, privaten Ex- und Implosionen.
Die aus dem Bewusstsein gesperrten "Mächte der Finsternis" sind immer wieder wirksam. Es ist unmöglich, ihrer habhaft zu werden. Wir wissen vielleicht, was wir wollen, aber nur wenig, warum wir es wollen. Die Ziele unseren Handelns sind im Lichte des Bewusstseins, aber nicht die Ursachen und Beweggründe. Sie kommen oft aus dem dunklen Bereich. Unser Leben bewegt sich in der Polarität von Dunkelheit und Licht. Das ist, was uns in Bewegung setzt. Es wird nie eine für immer befriedigende Lösung geben. Vielleicht hilft es, sich des Negativen; Trostlosen, Unbewältigbaren, Hässlichen und Unpassenden bewusst zu werden.
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