Meine Kinder, meine Schwester, und viele mehr sind Autofahrer. Ich diskutiere mit ihnen darüber nicht. Obwohl ich doch sonst eher zu denen gehöre, die die Diskussion, manchmal auch die zurechtweisende Kritik mögen. Ist es nur das verwandtschaftliche Verhältnis, das "Blutsband", das mich davon abhält, meine Kritik zu äußern? Es ist klar, dass ich ihren Standpunkt nicht teile, es bleibt unausgesprochen. Aber es bleibt eine Spannung, oft sogar gefährliche Hochspannung. Für mich ist Autofahren oder nicht die Wasserscheide, das Beurteilungskriterium der politischen Glaubwürdigkeit anderer Menschen.
Es gibt Ausnahmen: weite Entfernung zu öffentlichen Verkehrsmittel, schwierige Verkehrsverhältnisse im Winter, Altersschwäche. Aber das sind kleine Ausnahmen. Wege bis 6 km sind gehbar - mit Rad ohnehin kein Problem.
Für Menschen in einer globalen Welt gibt es in der Regel kein Recht, mehr von den Ressourcen der Erde zu verbrauchen als andere. Öl ist zu wertvoll, als dass es für sinnlosen Transport von schweren Fahrzeugen verwendet wird. Sinnvoll ist sein Einsatz für: Wärmedämmung, Materialien in Maschinen und ähnliches.
Die Motive der Autofahrer sind aber nicht der ökonomische Transport, sondern die Identifikation mit den herrschenden Normen, die Ausübung von Macht, das Erlebnis von Getragenwerden und Potenz. Jemand, der mit dem Auto fährt, zeigt, dass er nicht zu denen Unten gehören will, die nur ihren eigenen Körper haben, die körperlich arbeiten müssen, die niemand haben, den sie anleiten, anweisen und kontrollieren können, die nur ihr eigenes Objekt sind. – Von solchen Menschen ist keine Solidarität, kein Sozialismus zu erwarten. Sie werden immer ihren eigenen Vorteil suchen, eine herausgehobene Position. Sie werden immer mit der Herde rennen, sie haben keine Zivilcourage.
Autofahren zeigt auch die Unfähigkeit zu rationalem Denken. Rationalität würde ihr Ego, ihre Bedürfnisse nur einschränken und wird deshalb nur scheinhaft in der Ausweitung des eigenen Egos, der Bereicherung und der Kontrolle über andere Menschen praktiziert. Als soziale Rationalität, als Reflexion der Gerechtigkeit, verkümmert sie zum sozialen Schwachsinn.
Wie soll es also mit meinen Lieben weitergehen??
Soll es??
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen