„Was steckt da für ein Menschenbild, was steckt da dahinter. Und diese Idee, dass ich einen Anspruch - ich meine, wir kommen nackt zur Welt und müssen kucken, wie wir uns durch dieses Leben schlagen. Und die Idee, dass ich auf die Welt komme und einen Anspruch darauf habe, dass eine wie auch immer geartete Gemeinschaft - ...“ [Folgt rhetorisches Blablabla] - ...“Aber im Zentrum muss diese Idee stehen, dass man etwas leisten muss, um sich am Leben zu erhalten, das finde ich den richtigen Gedanken und von dem sollte man sich auch nicht verabschieden. (Minute 14:06 bis 15:07 http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/12/30/dlf_20111230_1916_2c190967.mp3)
Bei dieser Frau fällt mir ein in meiner Gesellschaftsklasse beliebter Elternspruch – Vorsicht: defizitäre Sozialisation! – ein: „O, hätten wir Dich doch abgetrieben“ Oder: „Du warst unser größter Fehler“. Hier müsste er heißen: „Hätte Dich doch Deine Mutter damals nackt liegen lassen!“
Es ist der Wahn dieser „Leistungsträger“ – die ich gerne bei ihrer Arbeit schwitzen sehen würde – sich selbst erzeugt zu haben. Ein Wahn, der still glaubt, vor allem mehr und besser zu leisten als andere. Diesen primären Narzissmus des Neugeborenen, für den es nach Freud noch keine Spaltung von Subjekt und Objekt gibt und dem alles eins ist, erhalten sich manche Menschen bis in den Sarg, vor allem wenn sie sich zur herrschenden Klasse rechnen.
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