Freitag, 18. Juni 2010

Ein EINWAND gegen den Sozialismus

Der Versuch, Sozialismus einzuführen, ist ein illusionärer. Nie gab und nie gibt es verlässliche soziale Strukturen.

Sieh mal, wenn jeder das Gleiche hätte, und er würde daraus, das was er braucht produzieren, meinetwegen noch mit Überschüssen und privaten Kunstfertigkeiten ein bisschen handeln, ohne dass sich dabei ein Reichtum heutiger Art ansammeln würde oder durch Rückführungen a là Jubeljahr könnte. Das wäre nett und schön, aber wir leben nicht allein auf der Welt. Wenn Du von monopolistischen und aggressiven Ländern und Völkern umstellt bist – ist der Internationalismus nicht ein Traum? - dann wird deine sozialistische Spielwiese einfach weggeputzt. Dazu braucht es nicht einmal Gewalt. Wie man in Afrika sieht, reichen Autos, Fernseher -natürlich: „coloured TV“ - oder ein paar dumme Sprüche und Hetzparolen: etwa „Steinzeit“, „Freiheit des Individuums“, „Fortschritt“, „Schicksal“.

Oder etwas Philosophisches: Das Leben des Menschen bewegt sich in einem Raum von schier unendlichen Möglichkeiten und Dimensionen. Zwar hat der Mensch eine Welt von festen und verlässlichen Strukturen geschaffen, sei es mit Naturwissenschaften, Sprache oder sozialen Institutionen. Aber genauer analysiert stecken hinter den Atomen dessen Teile, die Teile der Teile usw. Am Ende kommen wir darauf, dass, was und wie wir etwas sehen, abhängig ist von unserem Erkenntnisapparat, dass die Dinge nicht feste Dinge sind, sondern sich im Verhältnis zu anderen bewegende und beziehende „Kräfte“ …. usw..

Genauso die Institutionen, die wir gerne als feste verankern würden: Gerechtigkeit, Liebe. - Schöne und bedeutungsvolle Begriffe, aber genauer und genauer betrachtet und aus dem Blickwinkel anderer Menschen und in ihrem Entwicklungsverlauf – da verschwimmt alles, assoziiert sich mit dem Gegenteil, begräbt unter sich viel Schutt und Dreck.
 
Diesem Alles Relativieren könnte man dagegen halten, dass in der Tat der Mensch und seine Welt eine letztlich offene und nie endgültig zu fixierende ist, es nirgendwo feste Anker in diesem mal weniger mal mehr stürmischen Meer von Erfahrungen, Gefühlen, Wünschen und Beziehungen ist. Ja nicht einmal auf die Identität eines Individuums ist Verlass, wie verschiedene Krankheiten, wie der sichere Tod der Individuen zeigt, wie schon die Selbsteinsicht eines Menschen in die Begrenztheit seines Verstandes, seines Umgangs mit anderen Menschen zeigt. Da sind soviel Fehler, dass wer halbwegs intelligent und nicht nur anmaßend, zu dem Wunsch kommen muss, dass es gut ist, dass ein Ende kommt und etwas Neues beginnen möge, sei es ein Neuanfang in der Geschichte, sei es als Jüngstes Gericht und eine nachfolgende Neue Erde.

Also diesem Alles Relativieren lässt sich doch die menschliche Utopie entgegenhalten, dass wenn A schon nicht gleich A, wenigstens A noch nicht A ist und dieses Noch-Nicht-A dann eine ganz andere Dimension hat, kein Ding, sondern eine Bewegung und Beziehung aller Elemente des Universums ist, um es einmal so mystisch zu definieren und so den „Wissenden“ zu ermöglichen, hier aus dem Text auszusteigen.

Der Mensch lebt in einer Polarität: Einerseits der Verdinglichung, der Bildung fester Strukturen in Erkenntnis und Gesellschaft, andererseits gedrängt durch Erkenntnis und dem aus dem Unbewussten aufsteigenden Verlangen und durch die Wandelbarkeit seiner ihn umgebenden Welt, eben diese festen Strukturen wieder aufzulösen und - neue zu bilden.
 
So kann man den Wunsch nach Sozialismus und Gerechtigkeit, nach Autonomie und verlässlichen gesellschaftlichen Strukturen in Würde und Frieden in Harmonie mit der Natur und den andern Menschen als regressiv und illusionär in einer feindlichen und nie harmonischen Welt denunzieren. Andererseits gab es in der Geschichte, sei es nach Kriegen, durch Machtstrukturen immer wieder Zeiten der Stabilität, wo es möglich war, dass sich der Mensch nicht nur als aggressives und feindliches Wesen, sondern auch als fühlendes, erkennendes, reflektierendes, kreatives Wesen entfaltet hat.

Ich selber fühle mich auf des Messers Schneide von Menschenfeindlichkeit und Hoffnung auf Menschenfreundlichkeit. Manchmal sehe ich nur den Ausbruch der Barbarei kommen, dann wieder sagt mir die „Vernunft“, dass diese Erwartung und die daraus geborene politische Radikalität des Beharrens auf vollkommener Gleichheit und Gerechtigkeit eine nicht realisierbare, deswegen religiöse, Forderung ist, die selber schon Ausdruck der Barbarei ist.
 
Letztlich zeige der Tod unsere Beschränktheit. Es sei gleichgültig, ob wir als Bettler oder König sterben. Am Ende sei von beiden nichts mehr. Aber betrachten wir das Leben als einen Kampf, in den wir geworfen sind, die Chance haben, dem Tod etwas abzuringen oder ihm zu resignieren oder das Ende über eine nachfolgende Generation, einen Gedanken, der weiterlebt, wenigstens aufzuschieben. Und um dann am Ende sagen zu können: „Ja, ich habe die Chance genutzt „Ich“ sein zu können.“ („Ich danke dem Leben“ etc.) Aber was soll das für ein Sinn sein? Ins Diesseits geworfen zu sein, das ist nicht wirkliche Autonomie. Das Ich ist nur denkbar mit der Dimension der Ewigkeit, unbegrenzt und unbedingt. Das Leben ist nur möglich in der Annahme einer unendlichen Entwicklungsdimension.
Wirklich? - War es nicht ein Zufall, dass sich die erste Zelle reproduziert hat, dass es weiterging? Nein, das Verlangen nach Unendlichkeit wurde erzeugt mit der Wandlung, schon dem Urknall und davor. Dass wir Dinge in der Zeit fixieren, sei es durch Erkenntnis oder Technik, ist das Gegenwirken gegen die kontinuierliche Veränderung und wird gerade durch es erzwungen. Wir Menschen sind nur Teil eines kosmologischen Prozesses der Bildung von Gesetzmäßigkeiten, Strukturen, Berechenbarkeiten. Unser Ich ist eine Maschine, die das Veränderliche durch Abstraktion „identifiziert“, zu Gleichem und Unveränderlichem macht. Unser Ich ist eine Zeitmaschine, die verschiedene Erfahrungen mit unserer Person zusammenbringt und als Ich-Erfahrungen „identifiziert“. Immer mit einer Prämisse der Zeitlosigkeit oder Überzeitlichkeit und unveränderlichen festen „Strukturen“ oder „Dingen“. Ausgehend von dieser Prämisse bewegen wir uns in der Welt und machen Geschichte. Warum sollte diese Prämisse nicht auf für den Bereich jenseits des Lebens, also metaphysisch, gelten? Die Frage zu stellen, ist der letzte Schritt, der wahrhaftig ist. Eine Antwort ist rational nicht möglich, auch wenn das Herz, die Hoffnung anders will und glauben wollen.

Also wir wogen in diesem Meer an Gedanken, die uns mal in die, mal in die andere Richtung stoßen, hin und her, werden uns der Gedanken, die uns bewegen eher bewusst, als dass wir sie erzeugen und selber denken oder machen. Und doch sind wir es, die wir es denken. Gäbe es uns nicht, würden wir sie nicht fühlen. Wir sind das Meer, der Sturm, das Boot und der Ruderer.

Mittwoch, 16. Juni 2010

Messias Obama

Der in Deutschland wie ein Heiland bejubelte Obama, Friedensnobelpreisträger, macht Wundern: nix mit
- Auflösung von Guantanamo
- Abzug aus Irak und Afghanistan
- Abbau von Atomwaffen
- Friedensvermittlung im Nahen Osten
 
Statt dessen:
- mehr und mehr gezielte Tötungen
- mehr Aggressionen in Afghanistan
- Erlaubnis für Offshore-Ölbohrungen
- Sabotage des Klimagipfels in Kopenhagen
 
Ich fand es nett, dass mit Obama nun ein Schwarzer Präsident werden würde, aber schon damals hat mich sein Auftreten irritiert: Was soll dieses entschiedene, leicht aggressive und Selbstbewusstsein betonende Auftreten? Ist es ein Trick, mit der man die spießbürgerlichen aggressiven Amerikaner für sich einnimmt, ihre Autoritätshörigkeit ausnützt? Spielt er den Volkstribun für die zornigen Underdogs in der amerikanischen Gesellschaft, die zornige unterdrückte Mehrheit? Oder spielt er nicht nur den starken Mann – nicht ganz altersadäquat – sondern wünscht, es zu sein und kommt so auch den Wünschen seiner Wähler nach?
Vielleicht führt er einen Stil in das Amt ein, der den Boden für eine Faschisierung der amerikanischen Gesellschaft bereitet.
Gesundheitsreform war ein Volkstribunprojekt, aber es läuft auf Kosten der Umwelt und zu Gunsten der skrupellosen Energieverschwendung.
 
Die Kontrolle des Finanzmarkts kann man nicht als gelungen bezeichnen. Bis jetzt die Trennung von Banken für Finanzderivaten und Investmentgeschäfte von „echten“ Banken. Mehr als hier denkbar ist. Aber das eine Regulierung nennen? Die Fed ist ja nichts anderes als ein Konglomerat von Privatbanken, die die Geschäfte natürlich in ihrem Sinne abwickeln.
Immerhin: die Trennung von spekulativen von „seriösen“ Geschäften macht die Kunden sicherer. Spekulative Geschäfte drehen sich um Bereiche, die starken Preisschwankungen unterliegen: Immobilien, Kunst, Gold und andere Rohstoffe, Aktien. Nun sind allerdings viele Rentenversicherungen in den spekulativen Bereich verstrickt, sogar einer der Hauptmotoren. Und es werden von den Spielcasinos neue Verbindungen zum „realen“ oder produzierenden Wirtschaftsbereich errichtet werden, denn auf die Dauer bleibt der spekulative Bereich nur interessant, wenn er seine Gewinne auch im realen Bereich konsumieren kann. Das wie auch immer vervielfachte Geld muss andererseits wieder aus dem realen Bereich stammen.
Die Trennung von produktivem und Finanzkapitalismus ist freilich nicht mehr möglich: die beiden Bereiche sind miteinander verflochten und füreinander essentiell geworden.
Eine politische Kontrolle des Kapitals ist in Amerika nicht denkbar. Die amerikanische Gesellschaft ist von der Droge Kapitalismus abhängig. Nur über die imperialistischen Mechanismen des amerikanischen Kapitals lässt sich der brutal parasitäre Lebensstandard der USA aufrechterhalten, diesem Konglomerat von aggressiver politischer Dominanz und wirtschaftlicher Ausbeutung anderer Länder. Die Alternative, nämlich Rückkehr zu einer Art von geplanter Naturalienökonomie, Arbeit, „Armut“ und Einschränkung, wird sich nicht durchsetzen. Das ist nur denkbar für die „Unterprivilegierten“, wie sie in spaßiger Manier genannt werden.
 
Obama erinnert mich an die Rolle der germanischen Heerführer im ausgehenden römischen Reich. Sie zeigen die innere Zersetzung, eine große integrative Kraft, ohne aber dabei dem Reich eine neue Richtung zu geben. Mehr als zu kämpfen, Machtpolitik zu betreiben, war nicht in ihrem Programm. Obama verkörpert einen Gerechtigkeitsdrang gegen die arroganten Eliten, festigt aber so nur den Irrglauben an das amerikanische System.
 
Heute hielt Obama eine interessante Rede, wo von der Notwendigkeit des Umschwenkens auf erneuerbare Energien die Rede war, auch dass die USA die Energiereserven der übrigen Welt für sich ausnutzt. Das zeigt, dass immerhin bei Obama ein Bewusstsein um die Verhältnisse da ist und er vielleicht nicht mehr die Strategie der Verleugnung, Vernebelung und Lüge weiterverfolgt und also eine Chance bestünde, dass er wenigstens Aufklärung betreibt, wenn er die Verhältnisse schon nicht ändern kann.

Sonntag, 13. Juni 2010

Merkels Wirtschaftssachverstand: Ausgaben = Einnahmen

Ich bin zwar kein Anhänger des kapitalistischen Wachstumszwangs, aber erwarte von Frau Merkel doch, dass es in ihrer Intention liegen müsste, dass die sozialen „Disparitäten“ durch wirtschaftliches Wachstum ausgeglichen werden . Das ist einfach der Fluch des Kapitalismus, besser der „sozialen Marktwirtschaft“, dass sie nur unter der Bedingung gedeihen kann, dass wirtschaftliches Wachstum die sich aus der dem Produktivitätsfortschritt ergebende Arbeitslosigkeit auflöst und die ungleiche Vermögensverteilung wieder etwas ausgeglichen wird.

Nun scheint aber bei Frau Merkel sich der Gedanke eines wachstumslosen Wirtschaftens, wie er von verschiedenen konservativen und wohlmeinenden Zeitgenossen durchgedacht wird – sie sprechen von „qualitativem Wachstum“ – sich auf stille Art und Weise eingeschlichen zu haben, vielleicht nur derart, dass es vernünftig und ökologisch wäre, würde sich das Wachstum reduzieren. Das Problem, dass damit Arbeitslosigkeit vergrößert, Aufstiegs- und Bereicherungsfantasien zerbröseln, verdrängt sie einfach. Muss es doch immer eine Lösung geben, schon deswegen, weil die Marktwirtschaft bis jetzt doch immer eine solche gefunden hat. Ein Mittel zur Lösung soll wohl auch die Senkung der Löhne sein. Sozial ist, was Arbeit schafft. Hat einer keine Arbeit, das ist der alte Mittelschichtselitismus, liegt das an fehlendem Willen, Faulheit und Minderwertigkeit.
So erhält sich Frau Merkel die Illusion einer politisch lenkbaren Ökonomie. Natürlich stürzt sie da von einem Widerspruch in den anderen: Beseitigung der Arbeitslosigkeit über sinkende Löhne, steigende Ausbeutung, Bereicherung der Besitzenden über wegfallende Steuern. Vielleicht ist ihr das peinlich, vielleicht verdrängt sie diese Tatsachen einfach. - Wie macht es sonst die Mittelschicht? Wer nicht mitkommt, ist selbst schuld. Diese Art des asozialen Denkens ist das Denkfundament der CDU-Wähler und der uns bestimmenden Mittelschicht. Schlimmer noch: es prägt auch im Innersten und auf der gefühlsmäßigen Ebene das Denken der Aussortierten selber.

Zurück aber zum Wirtschaftsachverstand. Man muss es gesehen habe, wie die beiden, Merkel und Westerwelle, sich gegenseitig zugenickt haben beim „man kann nur ausgeben, was man eingenommen hat“. Blöder ging es nicht mehr. „Schwäbische Hausfrau“ usw. - als wäre Volkswirtschaft ein Haushalt von Einnahmen und Ausgaben. Es ist diese bei sogenannten intelligenten Menschen merkwürdige Unfähigkeit in Zusammenhängen, Abhängigkeiten und Wechselwirkungen zu denken.
Abgesehen davon sind Einnahmen des Staats politisch definiert: Steuern und Abgaben.
Warum aber sind die Vermögenssteuern abgeschafft, Gewerbesteuern, Einkommensteuern gesenkt worden? Weil das Kapital sich vermehren muss, dass weiter hinten die Arbeitslosen von dem so stimulierten Wachstum auch was abbekommen. Die Keynesianer können es wie auch immer zurechtrücken: ein Wohlfahrtskapitalismus ohne Arbeitslosigkeit ist nur möglich auf der Basis von Wachstum. Und dieses Wachstum geht nur über mehr Profit für die Kapitalbesitzer - und mehr Umweltzerstörung.

Samstag, 5. Juni 2010

Intelligent Sparen bei den Dummen

hat die Merkel vor. „Strukturen der sozialen Sicherheit effizienter“ machen, sagt sie. Strukturen effizienter machen?? Was soll in sozialen Strukturen „effizient“ sein?? Was für ein pseudointelligentes Geschwätz. Aber vielleicht effektiv in der Verschleierung des Intendierten.

Werden die ALG I- und Hartz-IV-Bezieher aufmucken? Sicher nicht, - nicht einmal wählen werden sie gehen. Da ist niemand, der sich in ihrem Sinne äußern wird. Sie empfinden es als Schande, von dem Sozialstaat abhängig zu sein. Die leistungsorientierte Gesellschaft gibt ihnen kein Existenzrecht, nur eine Duldung. Sie sehen nicht, dass ihre Existenz eine notwendige Folge des Kapitalismus ist. Der „freie“ Arbeitsmarkt braucht eine industrielle Reservearmee. Bis in die 80er Jahre hat man die heute Arbeitslosen noch gebraucht. Unter dem heute globalisierten Markt sind sie überflüssig. Eine Sentimentalität des „Sozialstaats“, die die Besserverdienenden der FDP schon längst abgeschafft hätten, wenn sie es könnten. Denn die „Armen“ sind gleichzeitig Objekt karitativer und politischer Einrichtungen, die es den evolutiv derzeit Höchstentwickelten (nicht mehr weit entfernt vom Übermenschen) schwer machen, diesen Ausschuss einfach auszumerzen, und so die „Strukturen der sozialen Sicherheit effizienter“ machen.
 
Ausweg? Sollen die Überflüssigen Randale machen, spektakulär Forderungen aufstellen wie 68? Forderungen stellen nach Umverteilung des Reichtums, nach Land für jeden, ein Bürgerrecht auf produktives Kapital, auf produktive Arbeit??
Ich suche nach Auswegen.

Gauck

wird von Rot-Grün (bekannt für Neoliberalismus, HartzIV, Steuerabbau für Reiche, Mehrwertsteuererhöhung, Entfesselung der Finanzmärkte usw.) vorgeschlagen. Ein Ziel neben üblicher Parteipolitik ist die Linke vorzuführen: Seht ihr, einen Freiheitsapostel seiner Güte wollt ihr nicht haben. Ihr seid immer noch für die Diktatur.



Dabei ist Gauck nur ein langweiliger protestantischer Staatsdenunziant. Nichts verbindet mich mit der DDR und ihrem autoritären kleinbürgerlichen Denunziationssystem. Aber wer die Stasi auseinandernimmt, muss auchdas Gleiche  mit dem Verfassungsschutz hier machen.



Wie Gauck den blöden Militarismus der DDR anzugreifen, ist O.K., wenn er das Gleiche auch hier machen würde. Aber noch nie habe ich von ihm ein kritisches Wort über Afghanistan, Somalia gehört.



Er ist antikommunistisch. Das kann gut gemeint sein. Aber ist er für Gerechtigkeit, Gleichheit? Oder ist seine Rede von Freiheit nicht eben nur eine typisch bürgerliche und ins neoliberale Konzept passende? Schaut man sich die „Atlantik-Brücke“ an, zu der er gehört und liest die Liste der Mitglieder, erkennt man das neoliberale Netzwerk, das keine Hemmungen hat, zuzuschlagen, wenn es um seine Interessen geht.



Mit einem solchen Vorschlag geben die Rotgrünen zu erkennen, dass sie nichts gelernt haben. Nichts aus der Finanzkrise, nichts aus der drohenden Ökokatastrophe. Es soll weitergehen wie immer, idiotisch wie immer.

Freitag, 4. Juni 2010

"Seine Hausaufgaben machen"

ist einer der bezeichnendsten Sprüche dieser Schüler-Lehrer-Republik. Es gehört zu dem Lob der Sekundärtugenden, wie sie sich im autoritären Milieu der Führer-Gefolgschaft, der Angepassten und Opportunisten breitmacht. „Fleißig“ sein, das machen, was der Lehrer will, weil sich anders als von oben keine gesellschaftliche Ordnung schaffen ließe – das gilt als Ethos, als sozialer Wert. Der Obrigkeitsstaat, der es seit 68 nicht mehr sein will, blickt nicht nur in den Reden von Herzog und Köhler durch die Fassade der liberalen Demokratie, wie sie die Ex68er bei Grünen und Leitartikler gerne vortäuschen.

In der Schulpädagogik ist der Sinn von Hausaufgaben höchst umstritten. Vielleicht in auf reproduktives Lernen konzentrierten Lernprozessen hätten sie Sinn: Vokabeln, Kopfrechnen, Lesen. Aber schon da stoßen Hausaufgaben auf Grenzen. Welches Milieu bietet tatsächlich Raum für solche Lernprozesse? Sicher werden wieder bestimmte Gruppen der Mittelschicht begünstigt. Warum also solche Prozesse nicht maßvoll dosiert in die Schule selbst verlegen?

Überhaupt sollte Lernen ein Prozess des Verstehens, der Strukturierung und Umstrukturierung, des produktiven Denkens und Forschens, der Erfahrungsorganisation sein.

Die Lehrer, so meine Schulerfahrung und Beobachtung, sind oft nicht in der Lage, solche Prozesse sinnvoll zu organisieren. Das Zwangsverhältnis Schüler-Lehrer macht es zu einem Kampfverhältnis, das Sieg und Niederlagen erfordert. Viel Zeit und Energie wird in diesen Kämpfen verschwendet. Mit „sozialem Lernen“ hat das nur noch in einem zynischen Sinne zu tun.

Dienstag, 1. Juni 2010

Gazaflotilla

Ein Protest gegen die Abschnürung des Gazastreifens ist notwendig. Unglaublich was da an Rassismus vor sich geht, wie vor den Augen der „zivilisierten“ Welt – Europa, USA – Land geraubt wird, Menschen getötet werden, Entwicklung verhindert, Wasser gestohlen wird usw. usf. Mehr noch: die Amis stecken den Israelis jährlich 3 Mrd. an Waffen zu, die Deutschen besorgen ihnen atomwaffenfähige U-Boote. Die Israelis genießen, wie sie nun die Herrenmenschen sind. Die Nazis haben in ihnen das Recht auf brutalen Rassismus geweckt.
 
Könnte ich aber die Palästinenser in einem militärischen Kampf gegen die Israelis, dieses anmaßende Volk aus dem Kaukasus, unterstützen? Abgesehen davon, dass es Selbstmord ist, geht es mir wohl wie den meisten von ihnen: sie wollen nur in Ruhe arbeiten und ohne ständigen Ärger leben.

Dass man als Deutscher kein Recht an Kritik an Israel habe, das ist der Konsens der Nachnazis, mit dem sie ihre schmutzige Vergangenheit bewältigt haben. Die deutsche Schuldbewältigung auf Kosten der Palästinenser. Ein billiger Trick.

Solange dieses beschönigende Schweigen hier in Deutschland anhält, dieser Pakt der Mittelschicht mit Israel, solange wird der innere Rassismus, der nach 33 zum Ausbruch gekommen ist und der sich heute als Prokapitalismus äußert, nicht überwunden.

Als vor einigen Tagen Dokumente über die Zusammenarbeit des südafrikanischen Apartheidsystems mit Israel Atomwaffen betreffend bekannt wurden, hat die ARD einfach nichts darüber berichtet. Warum? Eine solche Meldung könnte das Bündnis zwischen Israel und deutschen Eliten sprengen. – Es lässt sich daraus schließen, was die Medien hier unter Demokratie verstehen und wie ihr angeblicher Antifaschismus und der ihrer Bürgerkinder in den diversen Antifas ein Netzwerk zur Unterdrückung von Gleichheit und Gerechtigkeit ist.