ist einer der bezeichnendsten Sprüche dieser Schüler-Lehrer-Republik. Es gehört zu dem Lob der Sekundärtugenden, wie sie sich im autoritären Milieu der Führer-Gefolgschaft, der Angepassten und Opportunisten breitmacht. „Fleißig“ sein, das machen, was der Lehrer will, weil sich anders als von oben keine gesellschaftliche Ordnung schaffen ließe – das gilt als Ethos, als sozialer Wert. Der Obrigkeitsstaat, der es seit 68 nicht mehr sein will, blickt nicht nur in den Reden von Herzog und Köhler durch die Fassade der liberalen Demokratie, wie sie die Ex68er bei Grünen und Leitartikler gerne vortäuschen.
In der Schulpädagogik ist der Sinn von Hausaufgaben höchst umstritten. Vielleicht in auf reproduktives Lernen konzentrierten Lernprozessen hätten sie Sinn: Vokabeln, Kopfrechnen, Lesen. Aber schon da stoßen Hausaufgaben auf Grenzen. Welches Milieu bietet tatsächlich Raum für solche Lernprozesse? Sicher werden wieder bestimmte Gruppen der Mittelschicht begünstigt. Warum also solche Prozesse nicht maßvoll dosiert in die Schule selbst verlegen?
Überhaupt sollte Lernen ein Prozess des Verstehens, der Strukturierung und Umstrukturierung, des produktiven Denkens und Forschens, der Erfahrungsorganisation sein.
Die Lehrer, so meine Schulerfahrung und Beobachtung, sind oft nicht in der Lage, solche Prozesse sinnvoll zu organisieren. Das Zwangsverhältnis Schüler-Lehrer macht es zu einem Kampfverhältnis, das Sieg und Niederlagen erfordert. Viel Zeit und Energie wird in diesen Kämpfen verschwendet. Mit „sozialem Lernen“ hat das nur noch in einem zynischen Sinne zu tun.
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