Mittwoch, 30. Juni 2010

BUNDESPRÄSIDENTENWAHL: DEMOKRATIEFARCE

Gerade findet die Wahl des Bundespräsidenten statt. Zwar ist er eine politisch unwichtige Figur, doch repräsentiert er in seinen Reden das Denkniveau der herrschenden Mittelschicht, also der Schicht, die hier das Sagen hat, die sich nach vorne drängt, die Ton und Themen dessen bestimmt, was verhandelt werden soll. Es ist diese Schicht, die durch die „Bildungs“institutionen, Hierarchien in Arbeit und öffentlicher Verwaltung sich reproduziert samt ihrem ökonomischen Untergrund, einer Art von Sozialkapitalismus ohne Rücksicht auf Natur und Arbeit.

Eine Volksabstimmung darf es wohlweislich nicht geben mit dem guten und allseits einleuchtenden Argument, dass das Volk viel zu dumm sei für eine solch schwerwiegende Entscheidung. Nachdem es vorher durch die Bildungsinstitutionen, die Verweigerung Verantwortung zu übernehmen dumm gemacht wurde. Dumm gemacht durch die Verweigerung von Diskussion, der Tradierung autoritären Denkens, Abschaffung politischer Diskussionskultur, einer nur noch an Differenzierung orientierten Bildung, dem Abgewöhnen demokratischer Prinzipien durch die Missionierung in dogmatischem Denken. Dogmatisches Denken trainiert durch Wissenschafts- und Technikgläubigkeit, der Ausstattung der Lehrer mit übermenschlichen Entscheidungs- und Machtbefugnissen.

Ein Paradebeispiel dieses autoritären Denkens gab die Ruck- und Rumpelrede Herzogs, dieses postfaschistischen Juristen, Schüler des Nazi-Maunz und Edelrentner, der das Rentensystem der Arbeiter zerstören möchte, Wahlrechtsänderungen fordert, wenn ihm die Ergebnisse nicht passen. Beispiel gab auch Köhler, der seine Untergebenen mit Wutanfällen traktierte.

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